Zusätzliche Betreuungsleistungen für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Im Rahmen des § 45b SGB XI möchten wir die von uns angebotenen zusätzlichen Betreuungsleistungen, die Aktivitäten und Erfahrungen im Bereich des existenziellen Lebens bei Pflegebedürftigen, mit einem erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung fördern.

 

Diese zusätzlichen Betreuungsleistungen sind für pflegebedürftige Menschen mit und ohne Pflegegrad geschaffen worden, die in Ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind. Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 und Personen, die zwar Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung haben, die aber die Voraussetzungen der Pflegegrad 1 noch nicht erfüllt haben, auch sie haben Anspruch auf eine zusätzliche Betreuungsleistung, wenn sie z.B. an einer Demenzerkrankung, einer geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung leiden, die sie in der Gestaltung der täglich zu bewältigenden Aufgaben im erheblichen Umfang einschränkt.

 

Zielgruppe

 

Zur Beurteilung der Einschränkung der Alltagskompetenz sieht der Gesetzgeber einen Katalog von 13 Kriterien vor und definiert, daß eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt, wenn mindestenz 2 der folgenden Kriterien bestehen (davon muß mindestens 1 Einschränkung aus den Kriterien 1-9 vorliegen).  

  • Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
  • Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  • Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
  • Tätliches oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situationen
  • Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  • Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen
  • Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen, als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  • Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  • Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
  • Unfähigkeit, Eigenständig den Tagesablauf zu Planen und zu Strukturieren
  • Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  • Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  • Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgund einer therapieresistenten Depression

 

Die Pflegeversicherung erstattet auf Antrag des Pflegebedürftigen oder deren Betreuer nach Feststellung der Anspruchberechtigung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) 125 Euro je Monat an zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Unter Anleitung einer Pflegefachkraft wird dieser Personenkreis durch Sozial- und Betreuungsassistenten-/innen betreut.

 

Unser Leistungsangebot der zusätzlichen Betreuungsleistungen umfasst…

  • Malen und Basteln
  • Handwerkliches Arbeiten
  • Haustiere füttern und pflegen
  • Alltagstraining Kochen und Backen
  • Handarbeiten
  • Anfertigen von Erinnerungsordnern und -alben
  • Musik hören
  • Musizieren und Singen
  • Spaziergänge und Ausflüge
  • Brett- und Kartenspiele
  • Lesen und Vorlesen
  • Gedächtnis- und Bewegungstraining

 

Die Betreuung wird nach Stunden abgerechnet und mit Abtretungserklärung direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Den Stundensatz erfahren Sie auf Nachfrage. Die Durchführung wird nachvollziehbar dokumentiert und mit Handzeichen versehen.

 

Eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Pflegebedürftigen, den Angehörigen oder den Betreuern, wird abgeschlossen und als Anlage dem Pflegevertrag beigefügt.

 

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